Senggarang: Chinesisches Erbe gegenüber von Tanjungpinang
Das Pfahldorf Senggarang, der von Banyan-Wurzeln umschlungene Tempel und die Vihara Avalokitesvara Graha zeigen, wie tief die chinesische Gemeinschaft auf Bintan verwurzelt ist.
Vom Hafen Tanjungpinang setzen kleine Holzboote, Pompong genannt, in etwa einer Viertelstunde nach Senggarang über. Das Dorf auf der anderen Seite der Bucht gilt als eine der frühen Siedlungen chinesischer Einwanderer auf Bintan; die meisten Bewohner haben Teochew-Wurzeln. Ihre Holzhäuser stehen auf Pfählen über dem Wasser und sind durch Plankenwege verbunden, die man Pelantar nennt.
Der Banyan-Tempel
Hauptattraktion ist ein Tempel, der fast vollständig von den Luftwurzeln eines riesigen Banyanbaums umschlungen ist. Das Gebäude war ursprünglich das Wohnhaus eines chinesischen Kapitans und wird auf etwa 1811 datiert. Nachdem der Besitzer es verlassen hatte, machten die Anwohner daraus eine Gebetsstätte. Im Lauf der Zeit wuchsen die Wurzeln an Säulen, Wänden und Dach empor und verschmolzen mit dem Bau. Der Altar im Inneren wird weiterhin genutzt. Ausländische Besucher kennen den Ort meist als Banyan Tree Temple.
Nicht weit entfernt liegt am Ufer eine weitere Tempelanlage, sodass sich bei einem kurzen Rundgang mehrere Heiligtümer verbinden lassen.
Das Dorf auf dem Wasser
Ein Spaziergang über die Pelantar gibt Einblick in den Alltag: Fischerboote, Kaffeestuben, kleine Hausaltäre. Senggarang ist ein bewohntes Dorf, kein Museum. Fragen Sie vor Fotos von Menschen oder Häusern um Erlaubnis.
Vihara Avalokitesvara Graha
Auch auf dem Festland ist das chinesische Erbe sichtbar. Die Vihara Avalokitesvara Graha liegt im Gebiet Batu 14 an der Straße von Tanjungpinang Richtung Tanjung Uban. Sie wurde im Juni 2009 vom damaligen Religionsminister eingeweiht. In der Haupthalle sitzt eine 16,8 Meter hohe, vergoldete Statue der Guan Yin; das Museum Rekor Indonesia (MURI) führt sie als größte sitzende Guan-Yin-Figur in einem Innenraum. Zur Anlage gehört außerdem eine neunstöckige Pagode.
Tipps für den Besuch
- In Tempeln angemessen kleiden und leise sprechen.
- Opfergaben und brennende Räucherstäbchen nicht berühren.
- Die Plankenwege können nach Regen rutschig sein; festes Schuhwerk hilft.


