Religiöse Reisen

Masjid Raya Sultan Riau auf Pulau Penyengat

Die gelbe Moschee mit dreizehn Kuppeln auf Pulau Penyengat ist ein bedeutendes Erbe des Sultanats Riau-Lingga und bis heute ein lebendiges Gotteshaus.

Pulau Penyengat

Nur rund eine Viertelstunde dauert die Überfahrt mit dem Motorboot vom Hafen Tanjungpinang nach Pulau Penyengat. Schon vom Wasser aus fällt ein leuchtend gelbes Gebäude auf einer kleinen Anhöhe nahe dem Anleger ins Auge: die Masjid Raya Sultan Riau, das bekannteste Bauwerk der Insel, die einst politisches und kulturelles Zentrum des Sultanats Riau-Lingga war.

Geschichte

An dieser Stelle stand zunächst eine schlichte Holzmoschee. Im Jahr 1832, am 1. Syawal 1249 nach islamischem Kalender, rief Raja Abdurrahman, der siebte Yang Dipertuan Muda von Riau, die Bewohner Penyengats zum gemeinsamen Neubau auf. Die Menschen spendeten Arbeitskraft, Baumaterial und Lebensmittel für die Handwerker. Das heutige Gebäude geht auf diese Erweiterung zurück.

Die Legende vom Eiweiß

Kaum ein Besuch vergeht, ohne dass Einheimische die Geschichte vom Eiweiß erzählen. Der Überlieferung nach spendeten die Bewohner so viele Eier, dass die Arbeiter ihrer bald überdrüssig wurden. Das übrig gebliebene Eiweiß soll man daraufhin unter den Mörtel aus Kalk und Sand gemischt haben. Diese Erzählung ist eine lokale Legende und kein bautechnisch belegter Befund – aber eine, die viel über den Gemeinschaftsgeist beim Bau verrät.

Architektur

Die Moschee trägt dreizehn Kuppeln und vier spitze Minarette von etwa 18,9 Metern Höhe, von denen früher zum Gebet gerufen wurde. In Kuppel- und Turmformen zeigen sich indische Einflüsse. Im Inneren werden eine Kanzel aus Teakholz aus Jepara und handgeschriebene Koran-Manuskripte aufbewahrt, darunter eines von Abdurrahman Stambul aus dem Jahr 1867. Die Moschee gehört zum geschützten Kulturerbe-Ensemble von Pulau Penyengat.

Verhalten beim Besuch

  • Schultern und Knie bedecken; Frauen nehmen am besten ein Tuch für den Kopf mit.
  • Vor dem Gebetsraum die Schuhe ausziehen.
  • Besuche während der Gebetszeiten, besonders zum Freitagsgebet, vermeiden.
  • Betende nur mit Erlaubnis fotografieren und leise sprechen.
  • Manuskripte und ausgestellte Gegenstände nicht berühren.

Nach dem Moscheebesuch lohnt ein Spaziergang zu den Gräbern der Fürstenfamilie und zum Grab von Raja Ali Haji, dem großen malaiischen Gelehrten und Dichter, der ebenfalls auf der Insel bestattet ist.