Kota Rebah: Königliche Ruinen in Hulu Riau
Am Fluss Sungai Carang nahe Tanjung Pinang liegen Mauerreste, Ruinen und Gräber von Würdenträgern des Reiches Johor-Riau. Ein stiller Ort für Geschichtsfans mit etwas Abenteuerlust.
Nur eine kurze Bootsfahrt flussaufwärts von Tanjung Pinang entfernt liegen am Sungai Carang die Überreste eines Ortes, der einst zu den geschäftigsten Königshäfen der malaiischen Welt gehörte. Heute ist es hier still, grün und etwas zugewachsen – und genau das verleiht Kota Rebah seine besondere Stimmung.
Ein Königssitz am Fluss
Laut den Chroniken von Johor wurde 1673 am Sungai Carang eine neue königliche Siedlung gegründet, im Gebiet, das als Hulu Riau bekannt ist. Über ein Jahrhundert lang war sie ein Zentrum des Reiches Johor-Riau und entwickelte sich zu einem bedeutenden Handelshafen, in dem Kaufleute vieler Herkunft zusammenkamen. 1787 wurde der Königssitz nach Lingga verlegt, und die Siedlung am Fluss verfiel allmählich.
Was erhalten ist
Der Name Kota Rebah bedeutet so viel wie „eingestürzte Mauer“: „kota“ steht für die Befestigungsmauer, „rebah“ für ihren umgestürzten Zustand. Das finden Besucher heute vor:
- Reste alter Mauern, teils von Moos und Wurzeln überwachsen
- Ruinen eines Gebäudes, das Forscher als Palast oder anderes bedeutendes Bauwerk deuten
- ein weitläufiger Friedhof von Würdenträgern des Reiches, darunter die Gräber von Daeng Marewah und Daeng Celak, den ersten beiden Yang Dipertuan Muda von Riau
- eine Informationstafel am Eingang
Lokale Medien beschreiben die Stätte als vernachlässigt – ein museal aufbereitetes Ausflugsziel sollte man also nicht erwarten. Der Reiz liegt gerade in der Mischung aus Geschichte und Wildnis.
Anreise und Besuch
Klassisch fährt man mit dem Pompong, einem kleinen Motorboot, von Tanjung Pinang aus etwa 15 Minuten den Fluss hinauf. Mit Auto oder Motorrad ist die Stätte ebenfalls erreichbar, allerdings über einen Umweg, da die Gräber auf der anderen Flussseite liegen. Wichtig: Laut lokalen Berichten aus dem Jahr 2025 war der Anleger von Kota Rebah stark beschädigt. Erkundigen Sie sich daher vorab bei Bootsleuten vor Ort oder beim Tourismusamt von Tanjung Pinang. Mückenschutz, Wasser und festes Schuhwerk sind empfehlenswert, und die Gräber sollten respektvoll behandelt werden.




