Geschichte

Von Riau zu den Riau-Inseln: Tanjung Pinang, die Riau-Rupiah und die Batam-Behörde

Tanjung Pinang war einst Hauptstadt ganz Riaus, die Inseln hatten eine eigene Rupiah, und Batam wurde von einer stillen Insel zur Sonderzone. Eine kurze Geschichte der Riau-Inseln von 1957 bis heute.

Tanjung Uban mit Blick auf Batam
Foto: Dj Onces Saputra, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Heute sind die Riau-Inseln (Kepulauan Riau) eine eigene Provinz mit der Hauptstadt Tanjung Pinang, und Batam ist ihre größte Stadt. Vor siebzig Jahren sah die politische Landkarte ganz anders aus: Die Inseln gehörten zur selben Provinz wie das Festland von Riau, Tanjung Pinang war kurzzeitig deren Hauptstadt, und Batam war eine stille Insel gegenüber von Singapur.

1957–1959: Tanjung Pinang, Hauptstadt ganz Riaus

Die Provinz Riau entstand am 9. August 1957 durch das Notgesetz Nr. 19/1957 und wurde von der Provinz Zentralsumatra abgetrennt. Sie umfasste das Festland auf Sumatra und die Inseln rund um die Straße von Singapur bis Natuna. Tanjung Pinang, die alte Stadt des Sultanats Riau-Lingga, wurde vorläufige Hauptstadt.

Das blieb tatsächlich vorläufig. Ein vom Gouverneur eingesetzter Ausschuss entschied sich für Pekanbaru, und seit dem 20. Januar 1959 ist Pekanbaru offiziell Hauptstadt der Provinz Riau. Die Inseln blieben als Regierungsbezirk Kepulauan Riau mit Sitz in Tanjung Pinang bei Riau. Spuren der Sultanatszeit sieht man bis heute auf Pulau Penyengat, direkt gegenüber dem Hafen von Tanjung Pinang.

1963–1964: „Dollar-Paradies“ und Riau-Rupiah

Politisch gehörten die Inseln zu Indonesien, wirtschaftlich aber zu Singapur und Malaya: Auf dem Markt in Tanjung Pinang zahlte man mit Malaya-Dollar. Während der Konfrontasi wollte die Regierung das beenden. Mit der Präsidialverordnung Nr. 21/1963 wurde der Malaya-Dollar auf den Riau-Inseln verboten und durch eine eigene Rupiah ersetzt, die Rupiah Kepulauan Riau (KR Rp), zum Kurs eins zu eins. Ab dem 1. November 1963 wurde das Malaya-Geld eingezogen.

Die Sonderwährung lebte nicht lange. Seit dem 1. Juli 1964 ist die Riau-Rupiah kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr; sie wurde zu 14,7 normalen Rupiah je Riau-Rupiah umgetauscht. Die Aluminiummünzen mit der Aufschrift „Kepulauan Riau“ sind heute Sammlerstücke.

1970–1973: Batam wird Sonderzone

Bis Ende der 1960er Jahre war Batam nur ein Unterbezirk von Kepulauan Riau, mit Fischerdörfern und Wald. Die Lage nur rund 20 Kilometer vor Singapur weckte das Interesse der Zentralregierung. Mit dem Präsidialerlass Nr. 65/1970 baute die staatliche Ölgesellschaft Pertamina unter Ibnu Sutowo hier eine Logistik- und Betriebsbasis auf.

Am 26. Oktober 1971 erließ Präsident Suharto den Präsidialerlass Nr. 74/1971 zur Entwicklung Batams als Industriegebiet; Ibnu Sutowo wurde erster Vorsitzender. Das Datum gilt bis heute als Gründungstag von BP Batam. Zwei Jahre später schuf der Erlass Nr. 41/1973 die Entwicklungsbehörde für das Industriegebiet Batam (Otorita Batam). Sie verwaltete Grund und Boden und die Entwicklung der Insel, getrennt von der normalen Kommunalverwaltung.

Von 1978 bis 1998 leitete B. J. Habibie, damals zugleich Forschungs- und Technologieminister, die Behörde. In dieser Zeit entstanden Straßen, Häfen, der Flughafen Hang Nadim, Industriegebiete und die Barelang-Brücken, die Batam mit Rempang und Galang verbinden.

Das geschäftige Batam von heute gab es damals noch nicht. Als die Entwicklung begann, lebten rund 6.000 Menschen auf der Insel. Auch die Einreisekontrolle lag anfangs nicht auf Batam: Ab 1971 unterstand der Anlegeposten im Hafen Batu Ampar dem Einwanderungsamt Belakang Padang auf einer kleinen Insel vor Sekupang. Ein eigenes Einwanderungsamt in Sekupang bekam Batam erst 1979 (eröffnet am 7. April 1980). Im März 1983 (Präsidialerlass Nr. 15/1983) wurden Batams See- und Flughafen zu Einreisehäfen für ausländische Touristen erklärt, und am 27. Dezember 1983 weihte der Präsident die wichtigste Infrastruktur der Insel ein.

Zwei Verwaltungen auf einer Insel

Neben der Behörde bekam Batam auch eine Stadtverwaltung: 1983 (Regierungsverordnung Nr. 34/1983) wurde Batam Verwaltungsstadt, 1999 (Gesetz Nr. 53/1999) eine autonome Stadt mit eigenem Bürgermeister und Stadtparlament. Seitdem gibt es auf Batam zwei Institutionen: die Stadt und die Behörde.

2007 (Regierungsverordnung Nr. 46/2007) wurden Batam, Rempang und Galang zur Freihandelszone und zum Freihafen erklärt; die Otorita Batam heißt seitdem Badan Pengusahaan (BP) Batam. Seit 2019 (Regierungsverordnung Nr. 62/2019) ist der Bürgermeister von Batam zugleich Leiter von BP Batam.

2002: Die Provinz Riau-Inseln entsteht

Auf den Inseln wuchs Ende der 1990er Jahre der Wunsch, sich vom Festland Riaus zu lösen. Die Bewegung unter Führung des Ausschusses BP3KR hatte Erfolg: Das Gesetz Nr. 25/2002 gründete die Provinz Kepulauan Riau. Der 24. September 2002 wird als Gründungstag gefeiert; die Provinzverwaltung nahm am 1. Juli 2004 ihre Arbeit auf.

Zur Provinz gehören heute die Städte Tanjung Pinang und Batam sowie die Bezirke Bintan, Karimun, Lingga, Natuna und Kepulauan Anambas. Hauptstadt ist wieder Tanjung Pinang – rund 45 Jahre, nachdem die Stadt den Hauptstadtstatus von Riau verloren hatte.

Batam und Bintan heute

Heute trennt die beiden Inseln nur eine kurze Überfahrt ab Telaga Punggur, und viele Reisende verbinden beide. Einen Beispielplan gibt es unter Batam und Bintan auf einer Reise, alle Schiffsverbindungen auf der Karte der Schiffsrouten. Reiseinfos zu Batam selbst bietet batam.com, etwa der Vergleich Batam oder Bintan.

Quellen: Notgesetz Nr. 19/1957, Präsidialverordnung Nr. 21/1963, Präsidialerlasse Nr. 65/1970, 74/1971, 41/1973 und 15/1983, Regierungsverordnungen Nr. 34/1983, 46/2007 und 62/2019, Gesetze Nr. 53/1999 und 25/2002 (JDIH BPK, peraturan.go.id), Nationalarchiv ANRI sowie die Chroniken von BP Batam und dem Einwanderungsamt Batam.